März 2017

Der hat Potenzial!

Was ist ein Potenzial?

Laut Duden bedeutet Potenzial (aus dem Latein potentia = Stärke, Macht) die „Gesamtheit aller vorhandenen, verfügbaren Mittel, Möglichkeiten, Fähigkeiten, Energien“.
Potenzial ist etwas, was Menschen besitzen, etwas, was sie tun könnten, aber NICHT unbedingt TUN. Es ist eine Leistungsfähigkeit, also eine noch nicht gezeigte Fähigkeit. Insofern ist Potenzial zukunftsorientiert, es ist eine Entwicklungsmöglichkeit: Ein Mensch mit einem bestimmten Potenzial könnte zu dem oder jenem werden, diese oder jene Leistung erbringen.

In Bezug auf das Potenzial eines Menschen gibt es zwei Grundhaltungen – eine fixierte, starre und eine wachstumsorientierte.

Die fixierte, starre Grundhaltung

Die fixierte Grundhaltung geht davon aus, dass jemand bspw. gut in Mathematik IST oder nicht. Punkt. Ein Schüler, der gut in Mathe ist und gute Leistungen erbringt, entfaltet sein Potenzial. Im Gegensatz dazu soll sich ein Schüler, der nicht gut in Mathe IST, über ausreichende Leistungen freuen und kann nicht mehr erwarten (im Sinne einer Verbesserung): Mehr wird er eh nicht schaffen, das Potenzial dafür hat er oder sie nicht!?

Diese Grundhaltung ist starr und fatalistisch, fatal sogar: Wer das Potenzial nicht HAT, hat keine Chancen, sich zu verbessern. Und versucht es kaum noch. Im schlimmsten Fall gibt er komplett auf.

Die wachstumsorientierte Grundhaltung

Die andere Grundhaltung ist wachstumsorientiert und geht davon aus, dass jeder sich in einem ausgewählten Gebiet verbessern kann. Diese Haltung geht auf die Erkenntnis zurück, dass das Gehirn lebenslang (!) eine gewisse Elastizität aufweist: Dies bedeutet, dass es neue Synapsen bilden, neue Verbindungen verfestigen, sich ständig neu organisieren und verändern KANN. Vorausgesetzt, man bietet ihm die Gelegenheit dafür. (Oder eben nicht und es werden Verbindungen abgebaut, denn auch das ist elastisch.)

Welche Chancen bietet diese zweite Grundhaltung dem Schüler, der glaubt, in Mathe nicht gut zu SEIN? Es bedeutet, dass er das Potenzial HAT und nutzen kann, sich DOCH individuell zu verbessern. Mit Motivation, Übung, realistischen Zielen und dank der Elastizität seines Gehirns kann er oder sie selbstbestimmt seine Situation verändern und bessere Leistungen in dem ausgewählten Fach aufbringen.

Ein schöner Nebeneffekt: Wer die Erfahrung macht, mit Absicht sein Potenzial zu nutzen (und sei es nur in kleinen Schritten), bekommt das Gefühl, dass vieles möglich ist. Und über dieses „Mögliche“ selbst bestimmen zu können und zu wollen, fördert das Selbstvertrauen, mit dem man sich leichter tut, immer weitere Möglichkeiten auszuprobieren.

Fazit

Dass jemand Potenzial hat, ist eine triviale Behauptung: Jeder Mensch hat Potenzial!

Potenzial ist wie Entwicklung: Es ist dynamisch und in alle Richtungen offen, in die Breite (in verschiedenen Gebieten), nach oben (im Sinne von mehr) und auch nach unten (im Sinne von weniger). Probieren Sie Ihr Potenzial zu entfalten: Tun Sie etwas, was Sie noch nie getan haben. Nutzen Sie die Elastizität Ihres Gehirns! Und stecken andere damit an!

NB: Ein hier nicht erörtes Element der Potenzialentfaltung ist der Umgang der Eltern (und der Lehrkräfte) mit den Fähigkeiten und Leistungen eines Kindes. Diesem Thema werde ich mich in einem nächsten Beitrag widmen.

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