Die Situationen:
Eltern haben den Eindruck, dass ihr Kind ein wenig „anders“ ist, dass sie sich vor anderen für sein Verhalten rechtfertigen müssen. Oder andere Eltern meinen, sie seien nicht streng genug, weil diese Ihr Kind nicht verstehen.
Hochsensible Jugendliche werden mit Beleidigungen wie „Heulsuse“ oder „Softie“ beschimpft. Sie meinen, dass ihre Gleichaltrigen mutiger, kindischer oder leichtsinniger sind als sie. Andere sagen, dass sie zu 'schüchtern' sind.
Eine hochsensible Person (HSP),
egal wir alt sie ist,
- ist sehr empfindlich gegen Lärm, Geschmack, Gerüche, Schmerz, Bilder und/oder Situationen. Der Lärmpegel in Kindergarten oder Schule ist häufig Thema;
- kann sehr heftig reagieren, wenn sie sich überfordert oder frustriert fühlt;
- braucht regelmäßig Pausen oder Momente des Rückzugs, um gelassen zu bleiben;
- schläft oft schlecht ein;
- beobachtet viel, bevor sie sich an bestimmten Gruppenaktivitäten beteiligt;
- stellt schon im frühen Alter tiefsinnige Fragen;
- kann Ungerechtigkeiten nicht ertragen;
- tendiert zu Perfektion (bei sich und bei anderen);
- denkt lange nach, bevor sie eine Entscheidung trifft. Dies kann dazu führen, dass sie sich im schulischen Unterricht zu wenig meldet, obwohl sie viel weiß;
- ist besonders mitfühlend und leidet u.U. selbst darunter.
Sensibilität
wird in unserer Gesellschaft oft mit Schwäche gleichgesetzt: empfindsam ja, empfindlich nein...! Wenn Jugendliche hochsensibel sind und sie die Pubertät krisenhaft erleben, können sie das Gefühl bekommen, die Anforderungen des Lebens nicht gerecht zu werden. Es kann ihnen schwer fallen, ihren Platz zu finden und sich selbst so zu akzeptieren wie sie sind.
Die Strategien:
Hochsensibilität ist eine Persönlichkeitseigenschaft wie jede andere auch. Sie hat Vor- und Nachteile und drückt sich bei jedem Menschen unterschiedlich aus. Ungefähr 20-30% der Menschen sind hochsensibel (neurosensitiv) und viele neurodivergente Menschen besitzen hochsensible Merkmale. In unklaren Situationen empfehle ich eine Diagnostik, da Menschen mit Autismus oder mit ADHS mehr als nur Coaching brauchen.
Es geht nicht darum, Menschen in Schubladen zu stecken: die meisten erleben einen Aha-Effekt, wenn sie (endlich) nachvollziehen können, was mit ihnen los ist.
Sich oder seine Kinder besser zu verstehen,
ist der erste Schritt zu Akzeptanz und erleichtert die individuelle und kreative Lösungssuche. Der Satz think out of the box hat sich in meiner Praxis und meinen Kursen fest etabliert.
Mehr zu hochsensiblen Kindern lesen Sie in meinem Blogbeitrag Alle Kinder sind normal .
Wenn Sie Unterstützung und Klarheit brauchen, nehmen Sie Kontakt auf: kontakt@schueler.coach oder rufen Sie an: 0162 155 1058
Anmerkung
Hochsensibilität ist die ursprüngliche Übersetzung von high sensory-processing sensitivity nach E. Aron. In der Forschung findet man die Begriffe Hochsensitivität und erhöhte Neurosensitivität.
Sensibilität ist eine wertvolle Ressource und als Grundlage der Klugheit völlig unverzichtbar. Sie befördert die Vorsicht, Rücksicht, Umsicht und Voraussicht, die die Klugheit ausmacht.
Wilhelm Schmid, deutscher Philosoph
Buchtipps / Downloads / Rückmeldungen / Hochsensible Kinder: Reizflut und Feingefühl - eine Gratwanderung mit Tiefe